Kirche im Nationalsozialismus – ein Projekt aus dem 9. Jahrgang

Im Rahmen des kooperativen Religionsunterrichtes beschäftigt sich der 9. Jahrgang mit der „Kirche in der NS-Zeit“. In diesem Zusammenhang wird insbesondere der Gedanke der Menschenwürde und -rechte beleuchtet. Ein wichtiger Punkt ist hierbei für die Schüler und Schülerinnen, zu erkennen, welche Eingriffe in die Freiheit und Würde des Menschen zu der Zeit des nationalsozialistischen Regimes geduldet und unterstützt wurden.

In den Zusammenhang mit der Verfolgung und Ermordung zahlreicher Menschen ist die Zwangsterilisation und das „Euthanasie“-Programm der Nationalsozialisten einzuordnen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen. Hier waren Kinder und Erwachsene mit Behinderung oder psychischen Krankheiten Opfer dieser systematischen Ermordung.

Mit Hilfe der  Webseiten ns-euthanasie.de und hamburger-euthanasie-opfer.de haben sich die Schülerinnen und Schüler mit den Biographien der Opfer auseinandergesetzt. Um die Verbrechen, die geschehen sind, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und den Opfern und ihren Angehörigen zu gedenken, wurden von ihnen exemplarisch Einzelschicksale ermordeter Männer, Frauen und Kinder zusammengefasst und vorgestellt.

Was geschah eigentlich zwischen 1930 und 1945?

Der Parallelkurs hat sich in diesem Zusammenhang genauer angeschaut, was in der Zeit zwischen 1930 und 1945 passiert ist.

Wir haben im Unterricht gelernt, dass es zwischen 1933 und 1945 drei Phasen gab, in denen der Kirche immer mehr Macht genommen wurde durch die Nationalsozialisten. In der ersten Phase, welche bis 1935-1936 ging, wurde das Volk von der Kirche getrennt und dem Nationalsozialismus unterworfen. So wurde am 19. Dezember 1933 die Evangelische Jugend in die Hitler-Jugend eingegliedert. In der zweiten Phase, welche von 1936 – 1940 andauerte, ging es darum, die Identität der Kirche auf die „Jenseitsbetreuung“ zu reduzieren. Am 9. und 10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht jüdischen Synagogen und Geschäfte geplündert. In der dritten und letzten Phase, die von 1940 – 1945 ging, wurden die Angriffe auf die Kirche immer stärker und den kirchlichen Institutionen drohte eine „Endlösung“. Die Angriffe richteten sich von nun an hauptsächlich gegen die Menschenrechte und Nächstenliebe. 1940 wurden Klöster gestürmt und die Schulkreuze entfernt. Am 3. August 1940 hat Bischof Graf von Galen gegen die Euthanasie-Aktionen der Nazis gepredigt.

Anschließend haben wir uns mit den Stufen des Widerstandes beschäftigt, um vor allem darüber nachzudenken, warum  das alles geschehen konnte?

Es gibt vier Stufen des Widerstandes. In der ersten Stufe geht es hauptsächlich um punktuelle Unzufriedenheit. Diese hatte unterschiedliche Gründe wie z.B. das Schimpfen von Arbeitern über niedrige Löhne. In der zweiten Stufe blieb der Widerstand meist passiv und versuchte, sich dem Gleichheitsdruck zu entziehen und eigene bedrohte Identität zu bewahren und zu verteidigen. In der dritten Stufe geht es um öffentlichen Protest. Der Protest richtete sich gegen einige Erscheinungsformen des Regimes. So konnte der Protest zu einem generellen Loyalitätsbruch führen und die vierte Stufe des Wiederstandes erreichen. Die vierte Stufe wird als „aktiver Wiederstand“ bezeichnet. Dazu zählen also alle Aktivitäten, welche den politischen Umsturz des Regimes zum Ziel hatten und damit ein klares Nein zum Nationalsozialismus bedeuteten.

Nach Hitlers Machtübernahme 1933 gelang es den Nationalsozialisten mit brutalen Methoden, die politischen Gegner in Deutschland auszuschalten. Andersdenkende oder z.B. Menschen mit Behinderung wurden mundtot gemacht und oft in der Folge getötet. Es gab deshalb nur wenige, welche sich dem Widerstand anschlossen

Es ist deshalb wichtig, sich an die geschichtliche Vergangenheit zu erinnern und aus ihr zu lernen.  Wir alle sind dafür verantwortlich, dass sich die Vergangenheit nicht wiederholt.

für den Religionskurs: Tom, 9f

Das könnte Dich auch interessieren …